Provisorischer Radweg an der Robert-Koch-Straße

Hatte der Stadtrat noch im Januar gegen CSU-Stimmen beschlossen, zwischen der Einmündung der Unghauser Straße und der Anton-Riemerschmidstraße einen neuen großzügigen Geh- und Radweg an der südlichen Seite vor den Geschäften anzubringen und dafür die Senkrechtparkplätze in Schrägparkplätze umzuwandeln, so wird dieser Beschluss zumindest vorerst nicht umgesetzt. 3. Bürgermeister Norbert Stranzinger (CSU) zeigte sich erfreut, dass die Entscheidung nochmals überdacht worden sei.

Aus dem Burghauser Anzeiger vom 05. Februar 2016

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Burghausen. Zurückhaltung heißt jetzt die Devise der Stadt in der Robert-Koch-Straße. Hatte der Stadtrat noch im Januar gegen CSU-Stimmen beschlossen, zwischen der Einmündung der Unghauser Straße und der Anton-Riemerschmidstraße einen neuen großzügigen Geh- und Radweg an der südlichen Seite vor den Geschäften anzubringen und dafür die Senkrechtparkplätze in Schrägparkplätze umzuwandeln, so wird dieser Beschluss zumindest vorerst nicht umgesetzt.

Der Bauausschuss hat am Mittwoch entschieden, den großen Umbau zumindest zunächst auszusetzen und es mit einem Provisorium zu versuchen. Ein Radweg in Fahrtrichtung Innenstadt wird nun zwischen parkendem und fahrendem Verkehr eingerichtet und dazu eine entsprechende Markierung auf die Fahrbahn aufgebracht. 3. Bürgermeister Norbert Stranzinger (CSU) zeigte sich erfreut, dass die Entscheidung nochmals überdacht worden sei und stellte fest: „Das Provisorium gefällt mir.“ Das sah 2. Bürgermeisterin Christa Seemann ganz anders. „Ich glaube nicht, dass das funktioniert.

Das ist ganz gefährlich für Radler, weil ein- und ausparkende Autofahrer diese leicht übersehen können“, stellte sie heraus und stimmte dagegen. Damit war sie allerdings allein auf weiter Flur. Der übrige Ausschuss segnete die Zwischenlösung ab. Sie wird möglicherweise bis zu einem Jahr, zumindest aber den Sommer über Bestand haben. „Erst dann wissen wir, ob diese Lösung funktioniert“, gab Bürgermeister Hans Steindl zu verstehen.
Mit ursächlich für die erneute Behandlung im Ausschuss war die Intervention von Geschäftsanliegern, die Skepsis gegen den vom Stadtrat beschlossenen Umbau geäußert hatten. Sie sahen laut Steindl schon jetzt Probleme mit Radlern, die noch größer werden könnten.

Stadtrat Stefan Angstl gab dagegen zu bedenken, bei dem nunmehrigen Radweg an der Straße sei es schwierig und gefährlich, hier mit Kindern zu fahren. Er bedauerte, dass Radfahrer nicht gleichwertig mit Autofahrern gesehen würden und sprach von „verkehrspolitischer Steinzeit“. rw

- Christian Konnerth