Ein Feuerwerk des Derbleckens

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Altbürgermeister Fritz Harrer als G’stanzlsänger (Fotos: Gerhard Hübner)

Die CSU Burghausen war am letzten Samstag Mitveranstalter des Starkbierfests in Hohenwart. Als Programmbeitrag brillierte Altbürgermeister Fritz Harrer an der Quetschn als G’stanzlsänger: „Die Gertraud Ertl will nicht mehr Burghauser Bürgermeisterin werden, sondern Bäuerin in Mehring. Dies gibt zu Spekulationen Anlass, denn die Kombination Landwirtschaft und Bürgermeisteramt gilt in Mehring als Erfolgsmodell“, so Harrer. Als neuen Bürgermeisterkandidaten der CSU für Burghausen machte Harrer dafür Josef Weschta aus. Eine Spitze Richtung Burghauer Rathaus war das G’stanzl: „Wo seit langem ein Einkaufszentrum geplant ist, steht bis heute nur eine Bildergalerie, ein Einkaufszentrum wird das nie!“

Aus dem Burghauser Anzeiger vom 1. März 2016

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Starkbierfest der CSU-Ortsverbände Mehring, Emmerting und Burghausen im voll besetzten Gasthof Schwarz in Hohenwart – Ernste Töne vom Landrat

Mehring. Vor dem Leviten Lesen und Derblecken der lokalen Politprominenz durch Anton Maier als Bruder Barnabas stand beim Starkbierfest der CSU-Ortsverbände Emmerting, Mehring und Burghausen am Samstagabend im Gasthof Schwarz in Hohenwart die politische Information aus erster Hand durch Landrat Erwin Schneider zur alle betreffenden Flüchtlingssituation. Schneider wollte mit seiner schweren politischen Kost nicht als „Spaßbremse“ verstanden werden und erinnerte deshalb an die Ursprünge dieser Veranstaltung, die als reine politische Kundgebung zu seiner ersten Wahl als Landrat aus der Taufe gehoben worden sei.

„Aus dem arabischen Frühling, der noch von allen begrüßt wurde, wurde ein arabischer Winter“, so der Landrat. Dann ging er auf die Ursachen der Syrienkrise ein. Gefährlich für Deutschland und Europa sei sie, weil Russland seine letzte Bastion im Nahen Osten nicht fallen lassen wolle und die USA nur mehr mäßiges Interesse haben. Der Kampf wird auf dem

Bruder Barnabas teilte ordentlich aus

Rücken der Bürger dort ausgetragen, was wiederum alle zur Flucht verleitet, die dazu nur irgend eine Chance sehen. Doch das rufe auch Wirtschaftsflüchtlinge aus umliegenden Ländern auf den Plan. Er schätze, dass sie die Hälfte der Menschen ausmachen, die zu uns kommen.
„Wir hier in Altötting versuchen, mit einer breiten Verteilung der Menschen Ghettobildungen zu vermeiden, was uns bisher auch gelungen ist. Aber es kann nicht so weitergehen. Der Meinung der CSU nach Obergrenzen für Flüchtlinge schließen sich immer mehr Länder in Europa an“, so Schneider weiter. Viele Bürger sorgten sich um unsere kulturelle Identität.

Durch den unterhaltsamen Teil des Abends im bis auf den letzten Platz besetzten Saal führten die Emmertinger CSU-Ortsvorsitzende Gisela Kriegl und die nach Mehring auf den elterlichen Hof zurückgekehrte ehemalige Burghauser CSU-Ortsvorsitzende Gertraud Ertl. Die Begrüßung der Gäste übernahm Mehrings CSU-Ortsvorsitzender Christian Estermaier. Für den musikalischen Rahmen des Abends sorgte die Musikformation „Pumperlgsund“ der Musikkapelle Emmerting.

Mit dem Hinweis „die Blondinen sind da“ erinnerten die Moderatorinnen den Landrat an die bewusst von ihm nicht angeschnittenen lokalpolitischen Themen wie die Einrichtung einer Hochschule in Burghausen, die gescheiterte Ansiedlung einer Wirtschaftsschule ebenda oder der Renovierung des Landratsamtes.

Burghausens Altbürgermeister Fritz Harrer war es dann als G’stanzlsänger vorbehalten, den humorigen Teil einzuleiten. „Die Gertraud Ertl will nicht mehr Burghauser Bürgermeisterin werden, sondern Bäuerin in Mehring. Dies gibt zu Spekulationen Anlass, denn die Kombination Landwirtschaft und Bürgermeisteramt gilt in Mehring als Erfolgsmodell“, so Harrer. Als neuen Bürgermeisterkandidaten der CSU für Burghausen machte Harrer dafür Josef Weschta aus. Eine Spitze Richtung Burghauer Rathaus war das G’stanzl: „Wo seit langem ein Einkaufszentrum geplant ist, steht bis heute nur eine Bildergalerie, ein Einkaufszentrum wird das nie!“

Schon war Anton Maier als Bruder Barnabas, die moralische Instanz vom „Schwarzenberg“, mit seinem Monolog an der Reihe. Er fragte, ob alle auch gleich nach Hohenwart hergefunden und sich nicht verfranzt haben, angesichts der vielen Abfahrten von der Staatsstraße, die es hier nun gibt. Nur auf der neuen Zufahrt nach Mehring fährt niemand. Aber einer muss dennoch gefahren sein, weil schon ein Verkehrsschild verbogen wurde. „Da ist es genau so ruhig wie in der Anlaufstelle der Gemeinde Mehring“, damit saß bereits die nächste Spitze. Dann beglückwünschte er die Gemeinde Mehring dazu, noch keine Flüchtlinge zugeteilt zu bekommen – so kennen die Mehringer Kinder nach wie vor die Mohren nur von ihrem Wappen.

Die Jugend nahm Maier wegen ihrer Handy-Sucht aufs Korn. Jüngeren Erwachsene seien dagegen nicht ganz sattelfest in der Handy-Benutzung. Beispiel: Emmertings Bürgermeister Stefan Kammergruber. Er schickte eine private Whatsapp-Nachricht an seine Frau versehentlich an die Feuerwehrgruppe und die war über so viel Zuneigung hoch erfreut.

Die 1200-Jahrfeier in Emmerting war ein hartes Stück Arbeit, das alle Emmertinger auf den Plan rief, so Bruder Barnabas, und die Kosten sind dabei auch gestiegen wie das Grundwasser in Emmerting nach einem Alzhochwasser. Aus der Partnergemeinde Grünbach am Schneeberg habe man zum Jubiläum eine alte Fliese erhalten, die man beim Rathausumbau sicher verwenden könne.

Herumgesprochen hat sich in Emmerting auch, dass der Bürgermeister nicht nur auf den Zeitungsfotos lächelt wie in Burghausen, sondern auch bei seinen Alltagsgeschäften im Rathaus und im Bauhof. Dagegen ist es mit dem Fraktionszwang im Emmertinger Gemeinderat nicht weit her, ließen doch seine CSU-Kollegen Bürgermeister Kammergruber beim geplanten Ankauf eines neuen Unimogs für den Bauhof glatt im Regen stehen. CSU-Ortsvorsitzende Gisela Kriegl halte ihren Ortsverband permanent in Bewegung, und der Kulturreferent der Gemeinde, Thomas Estermeier, leiste mehr als das ganze Kulturamt der Stadt Burghausen.

Mehring sei in den letzten Jahren aber etwas zu gut weggekommen, fand Bruder Barnabas weiter. Bei der diesjährigen Jahresbeichte, die er diesmal dem Jugendreferenten Mehrings, Hans Lindner, und 2. Bürgermeister Stephan Beutlhauser an Stelle von Bürgermeister Josef Wengbauer, abgenommen habe, zeigten sich diese noch ein wenig schüchtern. Jung, dynamisch sei das Auftreten des neuen Mehringer CSU-Ortsvorsitzenden und DSL-Paten der Gemeinde, „dennoch ist die Homepage der Mehringer CSU kein Aushängeschild“.

Weiter nahm Bruder Barnabas das Alter der Burghauser CSU-Stadträte aufs Korn und hob als aufbauende Wirkung hervor, sich auch mal mit CSU-Fraktionen auszutauschen, die in ihren Gremien die Mehrheit besitzen. Ferner machte er eine gewisse Kälte im Burghauser Rathaus aus, aber „Väterchen Frost“ regiert noch bis 2020. Als Konjunkturprogramm für das Burghauser Krankenhaus bezeichnete Bruder Barnabas die Idee, eine Radwegführung hinter einparkenden Autos in der Robert-Koch-Straße zu planen. Sparsamkeit ist für Burghausen ein Fremdwort, in Emmerting der Alltag in der Kommune. Aber die Durchsicht der Vergaberichtlinien für die Landesgartenschau habe man sich in Burghausen „gespart“.

1200 Jahre nach der 1200-Jahr-Feier

Zum Wirken des neuen Pfarrers Thomas Steinberger in der Gemeinde Emmerting wusste Bruder Barnabas zu berichten, dass nun die Nachwuchsfußballer dank des regelmäßigen Trainings mit ihm bereits erste Erfolge feiern können. Mit tosendem Applaus wurde Anton Maier vom Publikum verabschiedet. „Angesichts der Gage, gibt es keine Zugabe“, so seine letzte Spitze.

Mit einem kurzen Bühnenstück „1200 Jahre nach der 1200-Jahr-Feier“ warteten anschließend Matthias Bergmann, Daniel Jüptner, Korbinian Maier, Maximilian Forstlehner und Thomas Ertl von der JU Emmerting auf. Sie stellten Grabungen an, wo das Festzelt gestanden haben muss und förderten für sie seltsame Dinge wie einen Maßkrug und eine Ziehharmonika zu Tage.

Mit einer Verlosung von attraktiven Sachpreisen, gespendet von lokalen Gewerbetreibenden und den CSU-Mandatsträgern aus dem Landkreis sowie dem Hauptpreis, einer viertägigen Berlinfahrt für zwei Personen, gestiftet von MdB Stefan Mayer mit Bräuin Marlies Röhrl als Glücksfee , klang das unterhaltsame Fest aus.

- Christian Konnerth