„Wir müssen weiterhin Druck machen“

Dritter Bürgermeister Norbert Stranzinger nimmt bei VdK Versammlung mit Neuwahlen die Ehrung verdienter Mitglieder vor.  Stranzinger sagte in seinem Grußwort, dass es den örtlich ansässigen Rentner vor allem wegen der guten Verdienste bei Wacker so gut gehe.

Aus dem Burghauser Anzeiger vom 16. März 2016

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VdK Burghausen mit alter Vorstand in die nächste Periode – Renten bleiben heißes Thema – Zuwachs bei den Mitgliedern

Burghausen. Der VdK Burghausen ist weiterhin gut aufgestellt. Die alte Vorstandschaft unter Leitung von Josef Maurer geht auch in die nächste Periode. Zur Freude aller konnte Gerhard Reindl als zusätzlicher Beisitzer gewonnen werden. Neue Leute für den Vorstand zu finden, ist immer schwieriger.

Das Team stellt sich wie folgt auf: Josef Ascher (1. Vorstand), Christian Heim (2. Vorstand), Karin Ebersberger (Schriftführerin), Elfriede Maurer, Erika Ruf, Renate Reisaus, Elvira Bauer und Gerhard Reindl (alle Beisitzer).

Vorsitzender Josef Maurer blickte auf ein bewegtes Jahr zurück. Die Sammlung „Hilft Wunden heilen“ wurde von seiner Frau Elvira und ihm durchgeführt. Sie erbrachte mit 4100 Euro genau das gleiche Ergebnis wie 2014. Kreisgeschäftsführer Josef Ascher würdigte dieses Engagement. 50 Prozent des Geldes gingen an den Kreisverband. „Den anderen Teil haben wir in jeweils 25-Euro-Gutscheine zum Einkauf bei Edeka umgewandelt. Bei der Verteilung half uns Alfred Danninger von der Bürgerinsel.“ Das zeige, dass sich der Verein für Kriegsgeschädigte mittlerweile stark im allgemeinen sozialen Bereich engagiert. Die Kriegsgeschädigten nehmen aufgrund des Alters schließlich immer mehr ab.

Weil sich der VdK sozial sehr engagiert, werde er gemäß den Worten des Ortschefs immer mehr gebraucht. Er berichtete von einer Steigerung der Mitgliederzahlen von 484 auf 510. Der VdK Burghausen habe auch 125 Euro für die Johannes-Hess-Schule gespendet. Mit dem allseits bekannten Josef Lechner war das Mitglied, das immerhin 98 rüstige Lenze zählt, sogar anwesend. Unangefochtener Spitzenreiter ist Josef Obinger mit 101 Jahren.

Weitere Redner des Tages waren Kreisvorsitzender Josef Gerzabek und Kreisgeschäftsführer Josef Ascher. Gerzabek berichtete, dass zur bundesweit aufgestellte VdK 1,75 Millionen Mitglieder zählen. Herzstück der Aufgaben des VdK sei die Sozialberatung und die Vertretung der Ansprüche vor Gericht. So wurden letztes Jahr 63 000 Widersprüche bei Gericht eingereicht. Der VdK kämpfe weiterhin für die Barrierefreiheit, die auch im Behindertengleichstellungsgesetz festgeschrieben ist. „Ausreden werden wir nicht gelten lassen“, so Gerzabeck.

Gerzabeck und Ascher betonten, dass der Kampf um die Rente 63 ein extrem wichtiger sei. Josef Ascher mahnte, dass sich diese abschlagsfreie Rente bereits wieder in Wohlgefallen auflöse. Immer mehr Rentner würden sich zudem in Richtung Armutsgrenze bewegen. Der Rentendurchschnitt liege bei monatlich 1000 Euro. Die Armutsgrenze für Alleinstehende bei derzeit 850 Euro. „Derzeit lebt ein Drittel der Rente an der Armutsgrenze“, so Ascher.

Dritter Bürgermeister Norbert Stranzinger sagte in seinem Grußwort, dass es den örtlich ansässigen Rentner vor allem wegen der guten Verdienste bei Wacker so gut gehe. Man müsse die jungen Leute stärker auf die Problematik hinweisen, weil sich niemand in jungen Jahren darüber ernsthafte Gedanken mache. Alle waren sich einig, dass es in der Zukunft schlechter aussehe. „Die Frauen sind dabei noch wesentlich mehr betroffen“, betonte Ascher. uli 

- Christian Konnerth