Wertstoff-Annahme wandert nach Lindach

Dritter Bürgermeister Norbert Stranzinger spricht sich für getrennte Ein- und Ausfahrten beim neu geplanten Wertstoffhof in Lindach aus.

Aus dem Burghauser Anzeiger vom 09. Oktober 2015

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Mit dem Stadtbauhof soll auch die Sammelstelle des Landkreises ins Gewerbegebiet verlegt werden

Burghausen. Der Bauhof der Stadt zieht nach Lindach ins Gewerbegebiet. Damit werden der jetzige Standort an der Unghauser Straße und auch die als Lager genutzte Kirschhalle aufgelöst. Für die Bürger am bedeutendsten ist die weitergehende Planung, auch den Wertstoffhof an der Burgkirchener Straße aufzulösen und diesen mit zu integrieren.

Der Bauhof selbst wird in die derzeit noch von der Firma Buhlmann genutzte Halle einziehen, der Notartermin mit der Eigentümerfamilie Kreutzpointner steht laut Bürgermeister Hans Steindl bereits. Zur Halle hinzu kommen dann weitere Anbauten im hinteren Bereich zum Bahngleis hin. Davor an der Zufahrtsstraße soll dann zwischen künftigem Bauhof und dem gerade entstehenden Asylbewerberheim der neue Wertstoffhof angelegt werden. Für den stellt die Stadt lediglich das Areal. Weil die Wertstoffannahme Kreissache ist, wird dann der Landkreis die Planung übernehmen.
In der Sitzung des Bauausschusses am Mittwoch präsentierten Bürgermeister und Umweltamtsleiter Max Hennersperger den Räten die Planungen.
Schreiner und Stadtelektriker werden in die Halle an den jeweiligen Stirnseiten einziehen. Die Halle selbst ist laut Steindl sehr gut geeignet. Die Tore sind groß genug, um mit Lkw einfahren zu können. „Wir können die Halle eins zu eins übernehmen, die Raumaufteilung innen kann auch leicht verändert werden, weil hier die Wände in Trockenbau gehalten sind“, so der Bürgermeister.

Neu gebaut werden müssen Unterstellplätze für die Fahrzeuge des Bauhofs und Einrichtungen wie eine Unterstellmöglichkeit für Fundfahrräder und das Salzlager. Das kommt zweckmäßigerweise nahe ans Bahngleis. Das Beladen der Fahrzeuge mit Salz im Winterdienst ist ja die Arbeit, die am bisherigen Standort in der Stadtmitte die größte Belastung für Anlieger mit sich bringt. Denn diese Arbeiten erfolgen in den frühen Morgenstunden und sind mit Geräuschen verbunden.

Nach ersten Schätzungen muss die Stadt hier zwei Millionen Euro investieren. Die Gesamtkosten der Verlagerung nannte Bürgermeister Steindl mit rund fünf Millionen Euro. Denen stehe aber auch eine Einnahme gegenüber. Denn die nicht mehr benötigte Kirschhalle mit ihrem immerhin 3000 Quadratmeter großen Areal will die Stadt vermarkten. Vielleicht eine Million könnte mit dem Verkauf erlöst werden, so der Bürgermeister.

Ob bei anderer Nutzung der nebenstehende kleine Pavillon der Wasserwacht bleibt kann, bleibt vorerst offen. Die Bauhofverlagerung will die Stadt bis Ende 2016 abgeschlossen haben. Eine Lösung muss laut Steindl auch noch für die Theaterbühnen gefunden werden, die in der Kirschhalle derzeit eine Bühne für ihre Proben haben.

Was den Wertstoffhof betrifft, so sehen Bürgermeister und Verwaltung große Vorteile der neuen Lage direkt neben dem Bauhof. Der wichtigste Punkt: Am meisten Platz erfordert die parallel zum Wertstoffhof des Landkreises von der Stadt betriebene Annahmestelle für Grüngut. „Der Anfall schwankt hier immer beträchtlich, es ist deshalb schwer abzuschätzen, wie viel jeweils angeliefert wird“, erläuterte Max Hennersperger. Wenn der Bauhof daneben ist, haben die Mitarbeiter die Annahmestelle stets im Blick. „Der große Vorteil ist, dass wir die Funktionseinheiten auf den Lkw darauf abstimmen können und so Zeit einsparen, weil weniger umgebaut werden muss“, sagte der Umweltamtsleiter.
Die Gesamtgröße des neuen Stadtbauhofs bleibt etwa die gleiche wie an den jetzt getrennten Standorten. Bis zum Frühjahr werden die konkreten Planungen vorliegen.

Mit dem Umzug werden am Standort Unghauser Straße Gebäude frei. „Das sind wertvolle Innenstadt-Grundstücke“, betonte Hans Steindl. Sicher sei, den Altbau und die Garagen dort abzubrechen. Bleiben soll dagegen das Gebäude mit dem jetzigen Aufenthaltsraum sowie eventuell auch das Wohngebäude.

Das Areal könnte laut Bürgermeister auch für die Ansiedlung der Fachhochschule wichtig werden. Denn es gebe auch Überlegungen, die Messehalle zu „ertüchtigen“ – was bedeutet, sie heizbar zu machen und dafür zu dämmen.
Zudem zeichnet sich hier ein großer Wurf ab. Der Bürgermeister deutete an, es gebe Verkaufsabsichten von privat für die drei Häuser in Verlängerung der Messehalle gegenüber der Agip-Tankstelle.

Was in jedem Fall hier bleiben wird ist die Feuerwehr. Die hat ja ihr Heim und ihre Garagen in dem Gesamtkomplex mit dem Bauhof. In der Bauausschusssitzung regte Stadtrat Norbert Stadler aber an, die Art der Ausfahrt zu überdenken. Den Gedanken griff auch der Bürgermeister auf. Er könne sich vorstellen, die Tore der Feuerwehrgebäude andersrum einzubauen, so dass die Wehr auf die Vollmarstraße rausfahren könne.

3. Bürgermeister Norbert Stranzinger sprach sich zum Wertstoffhof dafür aus, auf die Planung des Landratsamt so einzuwirken, dass Ein- und Ausfahrt getrennt werden.

- Christian Konnerth