Verwunderung über Mehringer Argumente gegen die B 20

Die Debatte um die längst fällige Ortsumfahrung Burghausen nimmt nach einer völlig unverständlichen Stellungnahme der Nachbargemeinde Mehring wieder an Fahrt auf. Davon zeugte eine lebhafte Diskussion im Stadtrat. Dritter  Bürgermeister Norbert Stranzinger sprach davon, dass mit solchen Aussagen eine Auseinandersetzung geschürt werde, die nicht gut sei.

Aus dem Burghauser Anzeiger vom 19. September 2015

PNP_20150919_UmfahrungBGH

Stadträte sind von Notwendigkeit der Umfahrung überzeugt

Burghausen. Unverständnis äußerten Stadträte und Bürgermeister in der vergangenen Sitzung über die Stellungnahme der Gemeinde Mehring zur Ortsumfahrung Burghausen. 3. Bürgermeister Norbert Stranzinger nannte es völlig unverständlich, wenn Mehringer Gemeinderäte der Bundesstraße 20 eine überregionale Bedeutung absprechen. „Da wird eine Auseinandersetzung geschürt, das ist nicht gut“, so Stranzinger.

„Keine Ahnung von Verkehrsströmen“

Bürgermeister Hans Steindl betonte: Wer der B 20 die überregionale Bedeutung abspricht, habe keine Ahnung von den Verkehrsströmen. Die Straße sei ständig in Reparatur, mit Ausnahme des Bereichs Landau bis Straubing hin in einem Zustand der 70er Jahre. Die Belastung werde noch zunehmen. Ob eine B 15 als Entlastung jemals gebaut wird, bezweifelte Steindl einmal wegen Kosten von 800 Millionen Euro und zum Zweiten wegen des Widerstands von Anliegern.

Besorgte Stadträte beruhigte der Bürgermeister zugleich: „Ich glaube nicht, dass Mehring hier ernst genommen wird.“ Dass die Gemeinde mit der jetzigen Trasse unzufrieden sei, sei verständlich, aber letzten Endes durch eigenes Handeln bewirkt worden. „Hätten Burghausen und Mehring gemeinsam die Lengthal-Trasse favorisiert, wäre diese auch durchsetzbar gewesen“, so Steindls Einschätzung. Mit seinem grundsätzlichen Widerstand habe sich Mehring selbst geschadet, weil jetzt die Trasse näher an den Ortskern herangerückt sei.

Bei aller Kritik sprach sich Steindl dafür aus, jetzt nicht „Nachhutgefechte zu führen“, sondern gemeinsam mit Mehring und eventuell unter Einbeziehung auch der Gemeinde Burgkirchen an einer guten Lösung zu arbeiten. Eine Neutrassierung sei ausgeschlossen. Mehring sei eine steuerstarke Gemeinde und brauche ebenso gute Verkehrsanbindungen. Gemeinsame Planungen in Unghausen für Gewerbegebiete würden sich anbieten.

Steindl forderte zudem ein Umdenken. Burghausen leiste mit dem neuen Terminal auch für das Umfeld eine verkehrspolitische Aufgabe. Die Arbeitsplätze hier kämen einem Umkreis von 30 Kilometern zugute. Er warb deshalb um gegenseitiges Verständnis. „Da kann nicht jeder für sich nur das Optimum verlangen.“ Eine eigene Umgehung für Burgkirchen sei vermutlich gestorben. Umso wichtiger werde der Neubau der B 20, die ja auch diesen Verkehr aufnehmen müsse. „Da hat Mehring auch eine Verantwortung für den gesamten Landkreis.“

Englisch kritisiert: Zweierlei Maß

Stadtrat Norbert Englisch erwähnte die von der Gemeinde Mehring in Hohenwart gebaute neue Einschleifung und sprach von einer paradoxen Situation. Diese Einschleifung sei begründet worden mit dem Verkehr durch Öd. Der viel gravierendere Verkehr auf der Burgkirchener Straße in Burghausen werde dagegen als zumutbar abgetan. Stadtrat Norbert Stadler erwähnte zudem die Verkehrsbelastung am Kraken mit täglich 13 000 Fahrzeugen. rw 

- Christian Konnerth