Über sieben Millionen Kilometer auf der Straße

CSU-Stadtrat und Seniorenreferent Gerhard Hübner gratuliert Alois Waldner zum 90. Geburtstag.

Aus dem Burghauser Anzeiger vom 07. September 2015

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Den Busfahrer Alois Waldner haben viele Burghauser Ausflügler in guter Erinnerung – Jetzt ist er 90

Burghausen. Alois Waldner feierte seinen 90. Geburtstag. Diejenigen Burghauser, die früher oft mit Bus eine Reise unternommen haben, dürften Jubilar Alois Waldner noch gut kennen. „Von 1959 bis zu meiner Rente 1990 war ich Busfahrer bei Brodschelm. Ich bin viel herumgekommen und über sieben Millionen Kilometer umsichtig unterwegs gewesen“, erzählt der Jubilar. Dabei präsentiert er mit Stolz eine Auszeichnung, die nicht viele seines Berufsstandes erhielten. Sie ist in Französisch verfasst, nennt sich „Le Diplome d’Honneur“, und würdigt das jahrelange unfallfreie und professionelle Verhalten auf Europas Straßen. Sie wurde bereits 1974 ausgestellt.

Dass aus einem gebürtigen Vinschgauer ein waschechter Burghauser geworden ist, resultiert aus dem Dritten Reich. Hitler und Mussolini hatten sich darauf geeinigt, das deutsch besiedelte Südtirol auch faktisch italienisch werden zu lassen. Damals mussten sich die Eltern von Alois Waldner entscheiden, ob sie Italiener werden oder nach Deutschland übersiedeln wollten. Und so kam es, dass die Familie von Tschars zunächst nach Berchtesgaden kam. Von dort aus zogen Waldners Eltern Alois und Maria mit ihm und seinen fünf Geschwistern nach Burghausen. „Für uns Kinder war das natürlich schon schwierig, weil wir Mundart, aber kaum Deutsch konnten“, erzählt Alois Waldner. Bereits mit 14 Jahren verließ der junge Mann die Schule und heuerte bei Wacker an. Eigentlich wollte er Dreher werden, landete aber dann in der Schreinerei. 1943 rückte der Burghauser ein, absolvierte in Garmisch seine Grundausbildung und wurde daraufhin zuerst nach Frankreich und dann nach Italien versetzt. Waldner überstand den Krieg im Gegensatz zu seinem Bruder unbeschadet. Er kehrte schon 1945 wieder nach Burghausen zurück und arbeitete dann als Kraftfahrer bei Brodschelm.

Von 1959 an steuerte er die Busse über Europas Straßen. „Das hat mir immer immensen Spaß gemacht und viele tolle Erlebnisse gebracht. Ich spürte immer den Kontakt zur Straße und fühlte auch, wenn wir mit einem großen Bus über einen Stein gerollt sind.“ 1974 lernte er seine Frau Rita kennen. Das geschah natürlich während seiner Dienstzeit im Bus. Nach acht Jahren im Diabelli-Block kaufte sich das Paar ein Anwesen in der Piracher Straße. Nach zahlreichen Reisen quer durch Europa, vielen schönen Skiausfahrten und viel Freude an der Arbeit legte Alois Waldner 1990 den Schlüssel zur Welt in die Eckeund genießt es, nicht mehr unterwegs sein zu müssen. uli 

- CSU Burghausen