Stadtrat setzt Ludwig Weindl Grenzen

Mehrheitliche Entscheidung gegen maximal mögliche Bebauung an der Ernst-Reuter-Straße. Beschlossen wurde das mit 18:6 Stimmen gegen die CSU. Deren Fraktionssprecher Paul Kokott erinnerte an Bauvorhaben von Hans Brehm und Klaus Schultheiß in der Robert-Koch-Straße, für die der Stadtrat eine höhere Verdichtung erlaubt habe. Das sollte auch hier möglich sein, so Kokott.

Aus dem Burghauser Anzeiger vom 13. Januar 2017

Mehrheitliche Entscheidung gegen maximal mögliche Bebauung an der Ernst-Reuter-Straße

Burghausen. Der Stadtrat hat mehrheitlich entschieden: Der Bebauungsplan für das Weindl-Grundstück an der Ernst-Reuter-Straße schreibt drei gleich große Baukörper vor. Ludwig Weindl kann somit nicht das nach hinten hin etwas breiter werdende Grundstück an dieser Stelle mit einem etwas breiteren Gebäude voll ausnutzen. Maßgeblich für die Entscheidung des Stadtrats war die Rücksichtnahme auf bestehende Einfamilienhäuser, der städtebauliche Aspekt mit drei baugleichen Einheiten und der Gesichtspunkt, dass das Grundstück nicht im Kerngebiet der Stadt liege und damit die Verdichtung nicht maximal ausgereizt werden sollte.

Beschlossen wurde das mit 18:6 Stimmen gegen die CSU. Deren Fraktionssprecher Paul Kokott erinnerte an Bauvorhaben von Hans Brehm und Klaus Schultheiß in der Robert-Koch-Straße, für die der Stadtrat eine höhere Verdichtung erlaubt habe. Das sollte auch hier möglich sein, so Kokott. Den Argumenten des Münchner Städteplaners Dr. Franz Dirtheuer für die Einheitlichkeit der Baukörper widersprach Kokott mit dem Hinweis, die Straße mache einen kleinen Knick, was die Perspektive verändere. Kokott sprach zudem sehr wohl von einem Kerngebiet hier. Eine Beeinträchtigung der Nachbarn sah er nicht, die Abstandsflächen würden ja eingehalten. Ludwig Weindl, der in der Sitzung zugegen war, applaudierte.
Das nutzte ihm allerdings wenig. Denn die anderen Fraktionen sahen das anders und schlossen sich der von Bürgermeister Hans Steindl schon im Bauausschuss geäußerten Ansicht an, eine Ausnahme für das dritte Gebäude nicht zuzulassen.

Norbert Stadler, Sprecher der SPD-Fraktion, nannte es gut, wenn hier gebaut wird. Er sprach sich für die Symmetrie der Baukörper aus, sah in dieser Entscheidung einen guten Interessenausgleich.

Verdichtung muss ins Umfeld passen

Peter Schacherbauer begrüßte es für die UWB, wenn hier gebaut wird. Er wandte sich gegen eine Erweiterung des dritten Baukörpers auch deshalb, weil es nicht nötig sei, allen Raum voll auszunutzen. Gunter Strebel von den Grünen betonte: „Wir wollen Verdichtung dort, wo sie ins Umfeld passt.“

Bürgermeister Hans Steindl informierte über den Grad der Verdichtung. Hier werde ein Faktor von 1,28 erreicht. Bei den Bauvorhaben in der Vollmar- und der Friedrich-Ebert-Straße liege er bei 1,25 (je größer die Zahl umso dichter die Bebauung). Die Aigner-Gebäude am Stadtpark erreichen einen Wert von 1,8, das BuWoG-Gebäude dort 0,88.
Der Bürgermeister wies auch darauf hin, dass es mit dem Einreichen des konkreten Bauantrags sicher noch Änderungen geben werde. „Das wird uns weiter beschäftigen, wir werden auch über Befreiungen diskutieren“, so seine Einschätzung.

Generell merkte der Bürgermeister zudem an, dass Großstädte Bauträgern zumeist vorschreiben, einen bestimmten Anteil an Sozialwohnungen zu bauen. rw 

- Christian Konnerth