Rolf Sieber ist im Herzen noch jung

Die Stadt Burghausen in Person von CSU-Stadtrat und Seniorenreferent Gerhard Hübner, CSU-Stadtrat und 3. Bürgermeister Norbert Stranzinger und 1. Bürgermeister Hans Steindl gratulierten dem CSU-Mitglied und ehemaligen Werkleiter der Wacker Chemie Horst Sieber zum 90. Geburtstag.

Aus dem Burghauser Anzeiger vom 08. August 2015

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Der frühere Wacker-Werkleiter feierte 90. Geburtstag – Das Keyboard ersetzt ihm nun den Sport

Burghausen. Gesundheitlich ist Dr. Rolf Sieber zwar angeschlagen, aber Charme und Lebensfreude hat er deshalb nicht verloren. Der frühere Werkleiter der Wacker Chemie feierte vergangenen Samstag 90. Geburtstag. 80 Gäste hatte der er zum Familienfest geladen. Am Tag davor hatte er zudem mit seiner Frau Inge Elisabeth 61. Ehejubiläum gefeiert. Am Donnerstag folgte nun noch die offizielle Gratulation durch die Stadt.

Rolf Sieber und auch seine Ehefrau stammen aus Schwäbisch Gmünd. Dort ging er nach der Kriegszeit erneut zur Schule, um das Abitur zu machen. Der Zweite Weltkrieg und die schlimmen Erlebnisse haben den damals noch Jugendlichen stark geprägt und veranlasst, seine Erinnerungen aufzuschreiben. Jetzt im Alter hat er sie als Buch herausgegeben, um sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

„Eigentlich wollte ich damals Medizin studieren, aber das Fach war überfüllt und so habe ich mich für die Chemie entschieden“, blickt Sieber zurück. Er studierte in Stuttgart, war nach der Promotion Assistent an der Uni. „Ich spielte schon mit dem Gedanken, die Habilitation abzulegen und Uniprofessor zu werden, aber dann warb mich Degussa ab. Die Arbeit in der Patentabteilung des Unternehmens gefiel mir aber gar nicht und so ging ich schon ein Jahr später zu Wacker.“

Elf Jahre lebte die Familie mit Tochter Felicitas und Sohn Christoph dann in Köln. Als die Siebers 1971 nach Burghausen zogen, sprachen die Kinder den „Kölner Singsang“ und wurden von Mitschülern zunächst viel gehänselt. Beide leben heute in Leipzig, der Sohn ist Optiker, die Tochter Medizinjournalistin. Von ihnen haben die Siebers sieben Enkelkinder, der gern bei Oma und Opa in Burghausen sind.

Beruflich ging es für Rolf Sieber in Burghausen steil nach oben. Schon ein Jahr später, im Jahr 1972, wurde er Werkleiter bei Wacker und übte diese Funktion bis 1976 aus. Fachliches Können und Selbstsicherheit paarten sich bei ihm mit menschlicher Wärme – er war ein beliebter Chef. Danach wurde er in die Zentrale nach München berufen, wo er sich unter anderem um strategische Unternehmensplanung kümmerte. Sieber liebte seine Arbeit, war über die 65 Jahre hinaus noch für sein Unternehmen in Bonn und Brüssel tätig.

In der Freizeit trieb er schon immer gern Sport, war unter anderem begeisterter Skifahrer und Golfer. Weil das jetzt nicht mehr geht, hat er sich ein Keyboard gekauft und wird nun zum Hobbymusiker. Keine dürfte sich mehr darüber gefreut haben als seine Frau Inge. Hat sie doch vor drei Jahren mit dem Schlagzeug spielen angefangen und macht derzeit Kurse bei Joe Viera. Ihr Traum: eine Rentnerband gründen. Dafür sucht sie nun Mitspieler. Die Siebers sind nur dem Geburtsdatum nach alt, im Herzen sind sie jung geblieben. Rolf Sieber lacht gern und Ehefrau Inge meint: „Es gibt so viele junge Menschen, die im Denken schon so alt sind. Da fühle ich mich geradezu jung.“rw 

- Christian Konnerth