Prof. Aigner legt Bauantrag für zweites Gebäude vor

Stadtrat Dr. Gerfried Schmidt-Thrö und 3. Bürgermeister Norbert Stranzinger fragen im Bauausschuss zur Erweiterung des ZesS nach.

Aus dem Burghauser Anzeiger vom 04. November 2016

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Neben der privaten Medias-Klinik plant der Arzt ein Wohngebäude für Patienten plus separate Einheit für Tagespflege mit 15 Plätzen

Burghausen. Das Areal rund um die Kreisklinik verändert sich erneut. Nach dem Bau der Pflegeeinrichtung ZesS und der Medias-Privatklinik durch den Burghauser Krebsspezialisten Prof. Karl Aigner will dieser nun auf der Wiese zwischen ZesS und Parkplatz ein Haus mit 20 Wohnungen, sechs Betten für Patienten in Langzeitpflege und im Erdgeschoss als eigene Einheit eine Tagespflege mit der Kapazität von 15 Plätzen bauen. Der Bauausschuss hat den Bauantrag dazu einstimmig befürwortet. Somit scheint auch das Plazet des Stadtrats kommenden Mittwoch sicher zu sein. Bürgermeister Hans Steindl deutete in der Sitzung zudem eine bevorstehende Erweiterung der Schule für Rettungssanitäter an. Dafür werde das Rote Kreuz voraussichtlich Räume in der Kreisklinik anmieten müssen. . Der Bürgermeister spielte auch auf die Zukunft der Kreisklinik an, ließ dazu folgende Bemerkung aus dem Sack: „Wir werden die Medias-Klinik auch für die Umgestaltung der Kreisklinik brauchen, Pläne dafür habe ich schon im Kopf.“

Steindl erläuterte im Ausschuss zudem auch die Hintergründe für das Bauvorhaben. Ausgangspunkt von Karl Aigner sei zunächst die Überlegung gewesen, gerade für seine Patienten aus dem arabischen Raum eine Unterkunft zu schaffen. Dieser Aspekt trete nun eher in den Hintergrund. Das Haus soll generell dazu dienen, Patienten und deren Angehörigen ein Wohnen auf Zeit zu ermöglichen. Steindl zerstreute damit zugleich eine Sorge der Stadträte: „Es geht hier um gesundheitliche Belange, wir wollen hier keine normalen Vermietungen haben“, sagte er auf Bedenken etwa von Dr. Gerfried Schmidt-Thrö, der herausstellte: „Wir wollen an dieser Stelle auch kein Wohnhaus für Ärzte und Schwestern, die hier allenfalls zeitlich begrenzt wohnen sollten“.

Gut für die Stadt nannten Stadträte die im Gebäude integrierte Tagespflege. „Ein solche Einrichtung ist in Burghausen dringend nötig“, sagte Stadtrat Norbert Stadler. Stadtrat Hartmut Strachowsky sprach von einem begrüßenswerten Projekt und auch 3. Bürgermeister Norbert Stranzinger betonte: „Eine Tagespflege, die ja nicht in Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen steht, macht Sinn.“

Die Tagespflege wird laut Steindl eine komplett eigene Einrichtung. Prof. Aigner wolle sie zwar mitbauen, dann aber die gesamte Einheit an einen Anbieter veräußern. Gespräche und Vorverhandlungen dazu hat es offensichtlich bereits gegeben. So war auch ein Betreiber eines regionalen Pflegedienstes als aufmerksamer Zuhörer in die Sitzung gekommen.

Baurechtliche Hürden stehen dem Projekt nicht entgegen. Es gibt zwar einige kleinere Abweichungen von den Festsetzungen im Bebauungsplan. Die akzeptierte der Ausschuss. Die für das Gebäude nötigen 43 Stellplätze sind ebenfalls machbar. 37 können oberirdisch und in einer mit Autoaufzug ausgestatteten Tiefgarage nachgewiesen werden, sechs weitere müssen bei der Stadt abgelöst werden. „Wir haben genügend Plätze geschaffen, da ist die Ablöse kein Problem“, kommentierte Steindl die Situation. rw 

- Christian Konnerth