Logistik-Firmen bauen am Güterterminal

Stadtrat Dr. Gerfried Schmidt-Thrö sah in dem 32 Meter hohen Siloturm kein Problem. Er wollte zudem wissen, ob angesichts der Bauvorhaben noch Platz für eine Container-Reinigung bleibe, was der Bürgermeister bejahte und informierte:„Das könnte auch die Firma Schmidt machen.“

Aus dem Burghauser Anzeiger von 9. November 2016

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Bauvoranfrage wird heute im Stadtrat behandelt – Investitionen im zweistelligen Millionenbereich

Burghausen. Nach den Rodungen in Anschluss an das Güterterminal wird nun die Bebauung vorbereitet. Der Stadtrat wird in der Sitzung am heutigen Mittwoch über eine Bauvoranfrage der Firma Greiwing Logistic aus Greven für den Bau eines Betriebsgebäudes entscheiden, die einen 32 Meter hohen Siloturm bauen will und dafür eine Befreiung von den Festsetzungen im Bebauungsplan braucht.

Die beiden Logistikunternehmen Greiwing und Karl Schmidt verhandeln mit der Burghauser Industrie und wollen am Terminal bauen. Bürgermeister Hans Steindl sprach bei der Vorberatung im Bauausschuss von rund 15 Millionen Euro, die beide Firmen zusammen an diesem Standort investieren wollen. 10 bis 12 der insgesamt 25 Hektar großen Fläche werden für die beiden Bauvorhaben benötigt. Eigentümer bleibt laut Bürgermeister die städtische Beteiligungsgesellschaft WiBG, die Grundstücke werden also nur verpachtet. Mit dem Pachtzins wiederum finanziert die WiBG langfristig den Kauf des bisherigen Waldstücks. Mit dem Baubeginn beider Investoren rechnet der Bürgermeister im Frühsommer 2017.

Steindl informierte im Ausschuss zudem über den Stand der Terminal-Erweiterung. Hier geht es in erster Linie um die Installation eines zweiten Krans. Die Investition mache 5 Millionen Euro aus. Dazu gebe es einen Zuschuss des Eisenbahnbundesamts über 3,8 Millionen Euro.

Im Bauausschuss wurde der geplante 32 Meter hohe Siloturm keineswegs kritisch gesehen, eher umgekehrt. Stadtrat Stefan Angstl hätte am liebsten den Bebauungsplan so geändert, dass mehr in die Höhe als in die Breite gebaut wird, um so Flächen zu sparen. Einmal mehr kam als negatives Beispiel die Loxxess-Halle zur Sprache. Stadtrat Norbert Stadler bedauerte, dass dort kein Hochregallager gebaut worden sei und sprach sich deshalb jetzt dafür aus, den Unternehmen zumindest eine Tendenz vorzugeben. Denn eine Änderung des Bebauungsplans wäre zu aufwendig und würde zudem viel Zeit erfordern, stellte Bürgermeister Hans Steindl heraus. Stadtrat Dr. Gerfried Schmidt-Thrö sah in dem 32 Meter hohen Siloturm kein Problem. Er wollte zudem wissen, ob angesichts der Bauvorhaben noch Platz für eine Container-Reinigung bleibe, was der Bürgermeister bejahte und informierte:„Das könnte auch die Firma Schmidt machen.“

Steindl betonte einmal mehr, die Dienstleistung für das Terminal könne eben nun mal nur dort erfolgen. Klar stellte er heraus: Einen Autohof wird es hier im Bannwaldbereich nicht geben. Standort dafür könnte allenfalls auf der anderen Seite der B 20 im Bereich des OMV-Verwaltungsgebäudes sein. Der Bürgermeister verteidigte die Rodungen am Terminal, weil diese Ansiedlungen nur hier sinnvoll und möglich seien. Kritik übte er dagegen an der bayerischen Staatsregierung, weil sie mit der Erlaubnis von Gewerbegebieten in Außenbereichen von Gemeinden der Zersiedelung der Landschaft Vorschub leiste.

Weitere Punkte der heutigen Stadtratssitzung um 14 Uhr im Helmbrechtsaal sind unter anderem: Bauantrag Prof. Karl Aigner; neue Verkehrsregelung am Radweg in der Robert-Koch-Straße; Verlängerung der Geltungsdauer der Zuschussrichtlinien für Gewerbeförderung in der Altstadt und im Bereich der Innenstadt der Neustadt. rw 

- Christian Konnerth