Ein Gewölbe für alle Zwecke

3. Bürgermeister Norbert Stranzinger schlägt die Restaurierung des alten Rossstalls und des Eiskellers in Raitenhaslach vor.

Aus dem Burghauser Anzeiger vom 30. Juni 2016

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Raitenhaslach bietet noch weitere Schätze: Der alte Rossstall und der Eiskeller sollen restauriert werden

Burghausen. Das Studienzentrum ist in Betrieb, spätestens beim Klostermarkt am vergangenen Wochenende haben sich die Bürger überzeugen können, dass auch der Außenbereich der Klosteranlage Raitenhaslach einen Besuch wert ist. Ab Herbst beginnen die Bauarbeiten für die Dorfplatzgestaltung. In diesem Zusammenhang hat 3. Bürgermeister Norbert Stranzinger einen Vorstoß gemacht. Er schlägt vor, den leerstehenden Rossstall im Ökonomiebereich des Klosters herzurichten – mit einfachen Mitteln und nur so viel, damit eine sporadische Nutzung möglich wird. Im Bauausschuss hat Stranzinger bereits einen entsprechenden Vorschlag eingebracht. Der Rossstall ist der große Bau an der Kurve – wenn man ins Dorf fährt linker Hand vom Maibaum.

Als heuer dieser Maibaum am Dorfplatz aufgestellt wurde, hat es geregnet. „Bei einem solchen Anlass wäre es gut, einen Raum für die damit verbundene Feier zu haben“, sagt Stranzinger. Gemeinsam mit Stefan Niedermeier begutachtete der dann den Rossstall. Dabei wurde die Idee geboren, den Raum herzurichten. Stranzinger betont: „Man könnte eine kleine Theke einbauen, Strom und Wasser sind da. Eine Heizung sollte ganz einfach sein und nur eine Grundlast abdecken. Es wäre schön einen Raum zu bekommen, den die Vereine des Orts nutzen können, etwa wenn die Georgsbläser oder der Sportverein eine interne Veranstaltung machen wollen. Dabei soll das keine Konkurrenz zur Klostergaststätte werden.“

Von Seiten der Stadt nimmt man den Vorschlag Stranzingers gerne auf. Immerhin ist der Rossstall ein großer Raum mit wunderbarem Gewölbe und Pfeilern aus Rotmarmor. Derzeit werden Planungen gemacht, was alles zu tun ist, wie Werner Lechner erklärt. Die Bögen sind mit Stützen gesichert, man muss die Stabilität des Ganzen prüfen. Geplant ist eine Sanierung des Tragwerks am Dach. Auch wird der Boden wieder rund einen halben Meter auf die ursprüngliche Höhe abgesenkt: Um die Einfahrt zu erleichtern ist zu Zeiten der Brauerei der Boden mit Beton aufgefüllt worden. So sind die schönen Säulen zum Teil verdeckt. Diese werden nun auch wieder restauriert. Die Sanierung soll ohne Nutzungsvorgaben erfolgen, so Lechner. Der Rossstall könnte also als Versammlungsraum – durchaus auch für Vereine – genutzt werden, aber auch z.B. für Märkte.

Auch unter dem Dach böte der Rosstall noch riesige Räume – hier müsste aber erst einmal alles hergerichtet werden. Dies sei, so Lechner, einmal eine Aufgabe, „sollte man viel Geld in die Hand nehmen wollen.“ Aktuell gibt es da keine Planungen.

Auch ein zweites Gebäude in Raitenhaslach, der frühere Eiskeller der Brauerei, soll restauriert werden. Das Gebäude am Hang rechter Hand an der Ortseinfahrt ist derzeit wie der Rossstall komplett ungenutzt und schon ziemlich verfallen. Beim Eiskeller muss das Dach – Eternit-Platten – neu gemacht werden, außerdem sind im Laufe der Jahrzehnte irgendwann seitlich am Dach unpassende Anbauten angebracht worden. Diese sollen rückgebaut werden. Der Felsenkeller stammt aus dem Jahr 1734 und hat eine Länge von über 35 Metern. Eine Nutzung für das Gebäude ist noch nicht vorgesehen. „Hier geht es nicht um Nutzung, sondern um Bestandssicherung“, sagt Werner Lechner. Eiskeller und Rossstall sind zwei historische Gebäude, die zum Kloster gehören, aber langsam zusammenfallen. Wie viel Geld die Stadt Burghausen für die Sanierung der beiden Gebäude in die Hand nehmen muss und wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. rw/cts 

- Christian Konnerth