Die gute Stube der Stadt wird 2016 aufgemöbelt

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Stadtsaal Burghausen: Die im Bauausschuss vorgestellte Umbauvariante trifft bei der CSU-Fraktion auf Zustimmung.

Aus dem Burghauser Anzeiger vom 09. Dezember 2015

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Neue technische Ausstattung für den Stadtsaal plus kleinere Umbauten –Mehr Qualität bei Aufführungen – 2,5 bis 3 Millionen Euro Gesamtkosten

Burghausen. Wer gern ins Theater geht, wird sich freuen. Dank guter Finanzlage kann die Stadt nun endlich das Projekt Stadtsaalumbau umsetzen. Im kommenden Jahr wird vor allem die gesamte technische Ausstattung erneuert und damit die Aufführungsqualität verbessert. Damit wird ein Hauptziel erreicht – die auf der Bühne gesprochenen Texte auch für die hinteren Stuhlreihen besser hörbar zu machen. Eines wird der Stadtsaal aber ganz bewusst nicht – ein Theatersaal. Die Multifunktionalität soll erhalten bleiben, betonte Bürgermeister Hans Steindl bei der Vorstellung der Umbaupläne in der zurückliegenden Sitzung des Bauausschusses. Dient der Saal doch auch für Bälle, Abifeiern und Veranstaltungen wie den Kleiderbasar.

Ganz billig wird der Umbau nicht. Aber dank der Arbeit des stadteigenen Technikerteams doch erheblich günstiger als zunächst gedacht oder vielmehr befürchtet. Denn in einer Vorstudie war ein Münchner Architekturbüro von 10,2 Millionen Euro ausgegangen, die für eine Gesamtsanierung des Saals erforderlich wären. Nun ist hier „Sanierung“ ohnehin nicht der richtige Begriff. Abgesehen von der technischen Ausstattung ist das Gebäude ja einmal abgesehen von den Toiletten im ersten Stockwerk bestens in Schuss.

Die Haustechniker Adi Brückner, Matthias Hochwimmer und Dominique Soldner – letzterer wird Nachfolger von Stadtsaal-Hausmeister Helmut Bernwinkler – haben nun ein Konzept ausgearbeitet, das mit 1,5 Millionen Euro für die erforderlichen technischen Verbesserungen auskommt. Zusammen mit weiteren Maßnahmen wie dem Neubau der Toiletten im ersten Stock, einer neuen Lüftung in den Keller-Toiletten und der Neugestaltung des Küchenbereichs rechnet Bürgermeister Steindl mit Gesamtkosten zwischen 2,5 und 3 Millionen Euro. Die Stadttechniker ernteten für ihre detaillierte Ausarbeitung der neuen technischen Ausstattung im Bauausschuss großes Lob. In ihren Planungen ist neben Beleuchtung und Akustik auch die gesamte Bühnentechnik einschließlich neuem Bühnenaufzug enthalten.

Was ebenfalls untersucht und verworfen worden ist, ist eine seitliche Erweiterung der Bühne, wie sie auch Stadtrat Norbert Stadler im Bauausschuss als wünschenswert angesprochen hat. Denn dazu müsste das Mauerwerk aufgebrochen werden. Das würde nach jetziger Einschätzung enorme Probleme und damit Kosten bedeuten. Wichtige Leitungen müssten verlegt, die Statik des gesamten Saals neu konzipiert werden. Die Planer haben davon besser die Finger gelassen. Zur Folge hat das, dass der Bühnenbereich nach wie vor von den vorderen Seitenplätzen aus schwer einsehbar bleibt.

Darin wiederum sieht Bürgermeister Hans Steindl kein gravierendes Problem. Denn die 450 Plätze bei einer Theaterbestuhlung seien fast nie ganz besetzt. Die Stühle würden künftig einfach so umgruppiert, dass für alle bessere Sichtverhältnisse bestehen. Mit dem Umbau wird zudem vor der Bühne die Möglichkeit geschaffen, im Bedarfsfall hier ein Orchester oder anderes unterzubringen.

Beginnen werden die Umbauarbeiten im Stadtsaal nach jetziger Planung im März kommenden Jahres gleich nach der Jazzwoche. Sie sollen dann bis zum Oktober abgeschlossen werden.rw 

- Christian Konnerth