Die große Werkstatt der Stadtarbeiter

Stadtrat Paul Kokott regte eine Unterkellerung des neuen Stadtbauhofs an. „Jetzt können wir mit wenig Aufwand weitere Lagerflächen in einem Keller planen, später ist diese Möglichkeit verbaut“, warnte Kokott. Bürgermeister Hans Steindl sah das anders. „Wir haben in der Höhe praktisch eine zweite Halle“, brachte es der Bürgermeister auf den Punkt.

Aus dem Burghauser Anzeiger vom 08. Oktober 2016

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Bauausschuss befürwortet Neubau des Stadtbauhofs im Gewerbegebiet – Gesamtinvestition von 5 Millionen Euro

Burghausen. Unmittelbar neben dem Asylbewerberheim im Gewerbegebiet Lindach entsteht der neue Stadtbauhof. Insgesamt muss die Stadt dafür fünf Millionen Euro aufbringen. „Wir schaffen damit für die nächsten 20 bis 30 Jahre einen funktionsgerechten Bauhof mit kurzen Fahrstrecken“, stellte Bürgermeister Hans Steindl am Mittwoch im Bauausschuss heraus. Kernstück ist die von der Stadt erworbene Kreutzpointner-Halle, in der bis vor kurzem die inzwischen ausgelagerte Firma Buhlmann ihren Sitz hatte. Ergänzend dazu baut die Stadt für 1,6 Millionen Euro eine zweite Halle und für 200 000 Euro ein Depot fürs Streusalz. Hinzu kommen rund 400 000 Euro Umbaukosten in der gekauften Halle sowie die Gestaltung des Umfelds.

Der jetzige Bauhof an der Unghauser Straße war schon lange zu klein. Vor allem Lagerplatz fehlte – so für die vielen Stände, Zelte und Holzteile, die der Bauhof für Veranstaltungen vorrätig hält. Die Stadt hat deshalb zugeschlagen, als die Halle der Firma Kirsch an der Anton-Riemerschmid-Straße zum Verkauf stand. Hier entstand ein zweiter Standort mit dem Nachteil, dass Lager und Werkstätten getrennt und weite Wege nötig waren. Diese Halle, die ja nun Wohnzwecken weichen wird, bleibt den Winter über noch erhalten, die volle Funktionsfähigkeit des Winterdienstes in der Bauphase erhalten.

Die neue Halle in Lindach wird teilweise eingeschossig – im Süden zum Bahngleis hin. Hier sind Fahrzeug- und Waschhallen vorgesehen. Davor bekommt der Bau zwei Geschosse und wird Schlosserei, Technik- und Lagerräume beinhalten. Ein Keller ist nicht vorgesehen. Das Salzdepot wird ganz im Süden am Bahngleis errichtet. Um Anlieger und auch die Asylbewerber vor Lärm zu schützen, wird ein Lärmschutzwall angelegt.

Noch offen ist die Verkehrsführung und die Option einer Verlagerung des Wertstoffhofs vom jetzigen Standort an der Burgkirchener Straße aufs neue Bauhofgelände. Platz für den Wertstoffhof wäre noch zwischen dem Hallenneubau und der Asylbewerberunterkunft. Doch Stadträte sahen darin auch insofern ein Problem, als sie Zu- und Ausfahrt am Bauhof lieber trennen würden und dafür der Raum nötig wäre, den der Wertstoffhof einnehmen soll.

Die Stadträte Paul Kokott und Hartmut Strachowsky wollen auch in die Tiefe investieren. Sie sprachen sich dafür aus, die Kosten einer Unterkellerung des Hallenneubaus zu ermitteln. „Jetzt können wir mit wenig Aufwand weitere Lagerflächen in einem Keller planen, später ist diese Möglichkeit verbaut“, warnte Kokott.
Bürgermeister Hans Steindl sah das anders. Die Kreutzpointner-Halle sei so hoch, dass eine Zwischendecke eingezogen werde und so ein weiteres Stockwerk mit großen Lagermöglichkeiten entstehe. „Wir haben in der Höhe praktisch eine zweite Halle“, brachte es der Bürgermeister auf den Punkt. Im alten Bauhofgelände könnten laut Steindl die Theater- und Jugendgruppen neue Räume für Proben und Requisiten bekommen. Für den Bauantrag sind Befreiungen von Festsetzungen im Bebauungsplan nötig, die der Ausschuss befürwortete. Nötig ist noch die Zustimmung des Stadtrats und zudem ein schalltechnisches Gutachten.

Wie Umweltamtsleiter Max Hennersperger auf Nachfrage erläuterte, wird der neue Bauhof mit seinen Gebäuden in etwa gleich groß wie die alten Standorte zusammen. Der große Vorteil seien kurze Wege, wenn künftig alles zentral an einem Ort zusammengefasst sei.rw 

- Christian Konnerth