Die Friedensbotschaft ist aktueller denn je

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Am Sonntag nahmen ein Dutzend Fahnenabordnungen der Krieger- und Soldatenkameradschaften aus dem Landkreis Altötting und viele Burghauser Vereine am Wallfahrtszug zur Kapelle St. Kümmernis auf dem Hechenberg teil. Neben zahlreichen Politikern aus dem Landkreis wurde die CSU Burghausen durch den 3. Bürgermeister Norbert Stranzinger, den Ortsvorsitzenden Bernhard Harrer und den Seniorenreferenten Gerhard Hübner vertreten.

Fotos: Gerhard Hübner

Aus dem Burghauser Anzeiger vom 16. September 2015

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Burghausen. Bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen marschierten am Sonntagmorgen ein Dutzend Fahnenabordnungen der Krieger- und Soldatenkameradschaften im Landkreis Altötting und Burghauser Vereine, deren Mitglieder und viele weitere Gläubige in einem Wallfahrtszug zur Kapelle St. Kümmernis auf den Hechenberg.

In seiner Predigt ging Burghausens Stadtpfarrer Erwin Jaindl von einer Geschichte seiner eigenen Familie aus: Sein Großvater kehrte im Jahr 1947 von der Kriegsgefangenschaft zurück, wurde aber nicht mehr wieder erkannt, weil er so entstellt und von Krankheiten gezeichnet war. Er sieht Parallelen, wenn in heutiger Zeit Flüchtlinge versuchen, eine neue Heimat zu finden und rief in Erinnerung, dass jeder von uns zum Frieden in der Welt beitragen könne.

Auf Erlebnisse bei der Städtereise nach Dresden ging Bürgermeister und Schirmherr Hans Steindl ein. Die dort gehörten und auf Bannern gelesenen Parolen bei einer Pegida-Demonstration würden ihm Angst einjagen. Dabei sei genau Deutschland das auserkorene Ziel der Flüchtlinge und dieses Land sollte auch dazu fähig sein, ihnen eine Chance für einen Neuanfang zu geben. Zu den bislang 1000 aufgenommenen Flüchtlingen im Landkreis werden noch einmal so viele kommen, so seine Prognose.

Auf die Geschichte der Friedenswallfahrt zur Kapelle St.Kümmernis ging stellvertretender Landrat Stefan Jetz ein: 1870/71 kamen Soldaten von den Kriegsschauplätzen nach Hause und dankten mit der Wallfahrt für ihr Überleben. Da es nur noch wenige Zeitzeugen des 2. Weltkrieges gibt, sollen die Krieger- und Soldatenkameradschaften diese Tradition der Friedenswallfahrten als Mahnung aufrecht erhalten.

Im Namen der Landtagsabgeordneten Ingrid Heckner und Dr. Martin Huber sprach Bundestagsabgeordneter Stephan Mayer davon, dass das nach dem 2. Weltkrieg geächtete und demoralisierte Deutschland durch die humanitäre Unterstützung, welche aktuell den Flüchtlingen zuteil wird, wieder an Ansehen gewinne. Verglichen mit den direkten Anrainerstaaten Syriens, welche gemessen an der eigenen Bevölkerung bis zu 20 Prozent Fremde in ihr Land aufnehmen, seien Mitteleuropa und vor allem Deutschland noch weit von diesen Zahlen entfernt.

Beim Totengedenken wurde namentlich der ehemalige Kreisvorsitzende Franz Frankenberger genannt, welcher Anfang Juni verstorben ist. Burghausens KSK-Vorstand Christian Botz dankte allen Teilnehmern und lud zur anschließenden Brotzeit ein. Der Gottesdienst wurde von einem Dutzend Musiker der Lindacher Blasmusik unter der Leitung von Johann Staudhammer gestaltet.

Noch bevor der Gottesdienst begonnen hatte, ging ein älterer Teilnehmer der Wallfahrt zu Boden. Jürgen Eder und Elisabeth Müller vom Bereitschaftsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes, sowie ein Anästhesiehelfer griffen beherzt ein und führten sofort Wiederbelebungsmaßnahmen durch. Aber erst nach Eintreffen von Notarzt und mit Hilfe des Einsatzes eines Defibrillators konnte der Mann wiederbelebt und anschließend mit dem Sanka ins Krankenhaus gebracht werden.cb 

- Christian Konnerth