Die Farben der Natur

3. Bürgermeister Norbert Stranzinger eröffnet die Kunstausstellung Farbimpressionen in der Rathausgalerie.

Aus dem Burghauser Anzeiger vom 10. Januar 2016

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Michaela Surners „Farbimpressionen“ in der Rathausgalerie

Burghausen. Was macht einen Künstler aus? Das Können, also das Beherrschen von Techniken, kann nur die Basis sein. „Es ist die Leidenschaft“, heißt es. Michaela Surner beschreibt es so: „Ich bin der Malerei verfallen.“ Seit 2000 ist sie künstlerisch tätig und malt die Welt, wie sie sie sieht. Ihre aktuelle Ausstellung „Farbimpressionen“ ist jetzt in der Rathausgalerie zu sehen.

„Es gibt viele triftige Gründe, heute hierher zu kommen“, sagte Markus Ballerstaller, Kulturreferent der Stadt Burghausen, in seiner Begrüßung auf der Vernissage. „Ich freue mich ganz besonders, dass diese die erste Ausstellung im neuen Jahr ist“. Für ihn als gebürtigen Niederbayern sei so viel „Patriotismus“ selbstverständlich, dürfe er doch Michaela Surner aus Triftern in Burghausen begrüßen.

Die Rathausgalerie war außerordentlich gut besucht für eine Eröffnung der monatlich wechselnden Ausstellungen. Kein Wunder, hat Michaela Surner doch in ihrer niederbayerischen Heimat Triftern und weit darüber hinaus eine große Fangemeinde. Aus St. Pölten soll der weitest angereiste Gast gewesen sein.

Sie malt, sie schauspielert, sie führt Regie im Theater und dazu schreibt sie auch noch. Das freut den Germanisten Ballerstaller natürlich ganz besonders: „Sie ist also nahezu ein Universalgenie“. Tatsächlich ist Michaela Surner Autodidaktin. Was sie kann, hat sie sich selber beigebracht. „I bin koa Studierte“, sagt sie. Mit den Jahren hat sie ihre Fertigkeiten an verschiedenen Kunstakademien weiterentwickelt. Was es aber wirklich braucht, um künstlerisch tätig zu sein, erklärte der Bildhauer und Laudator Bernd Stöcker, selbst ein Studierter, wie er sagt: „Ich musste erst einmal wieder alles vergessen, was ich gelernt hatte, und meinen eigenen Weg finden.“ Das eigene Leben, die eigenen Erfahrungen, die eigene Sicht der Dinge würden zusammen mit dem Können Kunst zu dem machen, was sie ist.

Ob sich die Kunst von Michaela Surner nun um die eigene Welt des Betrachters erweitert, wie Stöcker es beschreibt, ist fraglich. Ihr Schwerpunkt liege im gegenständlichen Bildaufbau und abstrahierenden Realismus, so Surner. Soll heißen, da ist zum Beispiel ein Elefant, deutlich zu erkennen aber eben kein Foto. „Ich male ihn wie ich ihn sehe“, erklärt Surner. Sie arbeitet in Aquarell, Acryl und Mischtechniken. „Die Natur verwöhnt uns mit Farben und Formen, wir brauchen nur die Augen zu öffnen“, sagt sie und macht damit ihre Lebens- und Schaffensfreude deutlich.

Kunst kommt also von Können, der eigenen Sicht der Dinge und dem eigenen Weg, diese mit erlernten Fertigkeiten auszudrücken. Der Rest liegt im Auge des Betrachters. Die Ausstellung „Farbimpressionen“ in der Rathausgalerie läuft noch bis zum 2. Februar.wr 

- Christian Konnerth