Die Bühne im Stadtsaal wird doch weiter

Die CSU Burghausen stimmt mehrheitlich für die Erweiterung der Bühne im Stadtsaal. „Das ist typischer Drittes-Reich-Baustil“, fand Paul Kokott. Dr. Gerfried Schmidt-Trö dagegen vertrat die Meinung, dass der Bogen zum Charakter des Saals gehört. „Der Wegfall ergibt einen Nutzen, aber der ist nicht so hoch.“

Aus dem Burghauser Anzeiger vom 20. April 2016

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Steinerne Portaleinfassung aus dem Dritten Reich ist statisch entbehrlich und wird nun ausgebaut

Burghausen. Ist der Natursteinbogen um die Bühne im Stadtsaal historisch und schön oder unmodern und unpraktisch? Diese Frage stellte sich in der Sitzung des Stadtrats. Wie eine Untersuchung der Statik ergab, könnte der Natursteinbogen zurückgebaut werden, ohne die Konstruktion zu gefährden. Damit könnte die Bühne um je 50 Zentimeter verbreitert bzw. erhöht werden. 30 000 Euro kostet die Maßnahme.

Bisher war man davon ausgegangen, dass ein Rückbau aus statischen Gründen nicht möglich sei. Nun aber haben Untersuchungen ergeben, dass der Bühnenbogen auch ohne den Steinbogen hält. Im Stadtrat gab es zu diesem Thema gegensätzliche Meinungen. Bürgermeister Hans Steindl will einen Rückbau des Natursteinbogens. „Das ist eine Konstruktion aus den 30er Jahren, da ist nichts denkmalgeschützt“, so Steindl. Er sah den Gewinn für die Bühne. Diese ist recht klein und wird im Zuge des bereits laufenden Stadtsaalumbaus modernisiert. Wenn der Bogen entfernt wird, vergrößert sich die Bühne und natürlich auch die Sicht auf sie.

Dr. Gerfried Schmidt-Trö dagegen vertrat die Meinung, dass der Bogen zum Charakter des Saals gehört.„Der Wegfall ergibt einen Nutzen, aber der ist nicht so hoch.“ Dem schloss sich Stadtrat Helmut Fabian an: „Der Naturstein mit Stadtwappen passt zum historischen Erscheinungsbild des Saals.“ Bürgermeister Hans Steindl merkte hier an, dass man das Stadtwappen ja vielleicht konservatorisch an anderer Stelle erhalten könne.

Überwiegend waren die Stadträte der Meinung, der Bogen könne entfernt werden. „Das ist typischer Drittes-Reich-Baustil“, fand Paul Kokott. Ein modern ausgerichteter Stadtsaal brauche diese Verzierung nicht, bekam er Unterstützung von Peter Schacherbauer und Norbert Stranzinger. Der Rückbau des Portals wurde im Stadtrat schließlich mit vier Gegenstimmen beschlossen.

Die Arbeiten im Stadtsaal sind bereits seit einem Monat im Gange. Bis Ende Oktober soll der Stadtsaal fertig umgebaut sein. Investiert werden rund 2,5 bis 3 Millionen Euro. Die Bühne wird komplett neu gestaltet, vom neuen schwarzen Boden bis hin zu völlig neuer Bühnentechnik und Beleuchtung. Dies ist auch nötig, um die Akustik und die Sicht im Saal bei Theateraufführungen zu verbessern. Neben den technischen Verbesserungen werden die Toiletten im ersten Stock des Stadtsaalgebäudes neu gebaut, eine Lüftung in den Keller-Toiletten wird installiert und der Küchenbereich neu gestaltet. cts 

- Christian Konnerth