Der Stadtplatz ist nun mit dem Weltall verbunden

3. Bürgermeitser Norbert Stranzinger war bei der Eröffnung eines geodätischen Referenzpunkts in der Burghauser Altstadt dabei.

Aus dem Burghauser Anzeiger vom 9. September 2016

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Finanz- und Heimatstaatssekretär Albert Füracker stellt neuen geodätischen Referenzpunkt vor

Burghausen. Burghauser Bürger und Touristen können seit dieser Woche auf dem Stadtplatz die Genauigkeit ihres GPS-Empfängers, also des Smartphones oder Navigationsgeräts, kostenlos überprüfen. Möglich macht dies ein geodätischer Referenzpunkt in der Nähe des alten Grenzübergangs, der in einer kleinen Feierstunde von Finanz- und Heimatstaatssekretär Albert Füracker enthüllt und vorgestellt wurde.

Er stellt die Verbindung zwischen einem weltweiten Koordinatensystem aus 50 Navigationssatelliten, die ständig die Erde umkreisen, und einem Punkt auf der Erdoberfläche her. Ziel des Freistaats ist, dass jeder Landkreis mindestens einen öffentlichen geodätischen Referenzpunkt erhält. Der Landkreis Altötting ist nun der 49. von 71. Laut Füracker wurde der Stadtplatz in Burghausen bewusst als Referenzpunkt im Landkreis Altötting ausgewählt, weil dieser möglichst vielen Leuten im Alltag zugänglich sein soll. „Hier pulsiert das Leben mit Einzelhandelsgeschäften und Gastronomie. Und auch die Stadtverwaltung und das Tourismusbüro sind hier angesiedelt“, erklärte der Staatssekretär in seinem Grußwort.

Zufrieden mit der Auswahl des Standortes zeigte sich auch die 2. Bürgermeisterin Christa Seemann: „Burghausen ist wegen seiner wirtschaftlichen und touristischen Bedeutung die richtige Stadt. Wir sind außerdem Vorreiter bei GPS-geführten Stadtspaziergängen.“ Hinzu komme, dass die Salzachstadt bald Hochschulstandort sei. Der geodätische Referenzpunkt könne somit sowohl den Studenten, als auch den umliegenden Schulen im Rahmen des Geografieunterrichts zugute kommen.

Der stellvertretende Landrat Stefan Jetz meinte in seinem Grußwort mit einem Augenzwinkern: „Böse Zungen behaupten, dass der geodätische Referenzpunkt ein Ersatz für die Auflösung des Vermessungsamtes ist.“ In jedem Fall sei Burghausen alleine schon aus geschichtlicher Sicht der richtige Standort, weil Aventinus hier eine Zeit lang auf der Burg lebte. 1523 entwickelte dieser die erste moderne bayerische Landkarte.

Überprüfen können Interessierte ihr GPS-Gerät, indem sie das Gerät auf das Bezugssystem WGS84 und zudem das Koordinatensystem auf geographisch oder UTM einstellen. Anschließend muss der Bediener das Gerät auf den geodätischen Referenzpunkt legen und die Koordinaten bestimmen lassen. Im letzten Schritt müssen dann die gemessenen Koordinaten mit jenen des Referenzpunktes verglichen werden. fre 

- Christian Konnerth