Das neue Stadtmuseum eröffnet Mitte 2016

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3. Bürgermeister Norbert Stranzinger, sowie die Stadträte Klaus Straußberger und Dr. Gerfried Schmidt-Thrö vor einer Bilderwand, das den Stadtplatz in der ursprünglichen Form zeigt. Fotos: Gerhard Hübner

Das neue Stadtmuseum auf der Burghauser Burg wird voraussichtlich Mitte 2016 ihre Pforten öffnen. Im Zuge der letzten Stadtratssitzung machten sich die Räte ein Bild vom aktuellen Fortschritt der Arbeiten. Das Konzept eröffnet den Besuchern einen Gesamteindruck von der gesamten Burghauser Geschichte.

Aus dem Burghauser Anzeiger vom 16. Oktober 2015

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Übergangslösung im ersten Stockwerk bis zur Fertigstellung im Jahr 2017 – Stadtgeschichte im zweiten Stock reicht nun bis zur Gegenwart

Burghausen. Die Stadteinnahmen haben sich besser entwickelt als zunächst im Haushalt veranschlagt. Vor diesem Hintergrund kann die Stadt in ihrem Museum auf der Burg zusätzlich investieren. Bis zur Eröffnung Mitte 2016 werden gemäß der bestehenden Planung das Erdgeschoss und das zweite Stockwerk fertig sein. Der Stadtrat überzeugte sich in der Sitzung am Mittwoch bei einer Führung vom Baufortschritt und hat im Anschluss festgelegt, weitere 558 000 Euro für die Neugestaltung auch des ersten Stockwerks auszugeben. Insgesamt kostet der gesamte Museumsumbau damit rund 2,2 Millionen Euro. Für das Projekt bekommt die Stadt 400 000 Euro Zuschuss vom Freistaat und damit eine Summe, die laut Bürgermeister Hans Steindl über den städtischen Erwartungen liegt. „Wir hatten angesichts der Finanzkraft Burghausens eigentlich mit weniger Geld gerechnet“, sagte der Bürgermeister und würdigte in dem Zusammenhang auch den Staatszuschuss in gleicher Größenordnung für das Zeughaus.

Der Umbau des ersten Stockwerks mit dem Thema „Kunststadt Burghausen“ wird erst nach Museumseröffnung fertig sein, geplant ist 2017. Besucher sollen wenig davon mitbekommen, die Umbauarbeiten in den Wintermonaten erfolgen. Kurzfristig wird es jedoch laut jetziger Festlegung des Stadtrats ab Eröffnung 2016 einen Ersatz geben. „Es wäre unsinnig, wenn Besucher das zweite Stockwerk besuchen, dann durch einen leeren ersten Stock laufen, um im Erdgeschoss wieder ins Museum einzutauchen“, argumentierte Steindl. Der Ersatz bis zur endgültigen Fertigstellung sieht so aus: Die Stadt wird aus ihrem Fundus von Bildern im Durchgangsbereich eine Ausstellung zusammenstellen.

Wie Museumsleiterin Eva Gilch bei der Besichtigung darlegte, wird nur das zweite Stockwerk behindertengerecht ausgebaut. Mehr sei in Absprache mit dem Eigentümer Schlossverwaltung nicht durchsetzbar gewesen. Aus Gründen des Denkmalschutzes ist es auch nicht möglich, dass ein Behinderter mit einem elektrisch betriebenen Rollstuhl mit dem Lift vom Eingang am Hof nach oben fahren kann. Für solch einen breiteren Rollstuhl hätte ein gemauerter Bogen erweitert werden müssen, was nicht genehmigt worden ist. Es sei schon schwierig genug gewesen, überhaupt einen Lift einzuplanen. Der dafür gewählt Standort sei von der Schlösserverwaltung als einzig möglicher ausgewählt worden. Umgekehrt wird die Schlösserverwaltung aber den Hof mit dem Katzenkopfpflaster vor dem Eingang besser begehbar machen. Wie Bürgermeister Steindl erläutert, wird dort ein Gehweg mit abgeschliffenen Platten angelegt.

Gut erkennbar ist inzwischen das Konzept im zweiten Obergeschoss, wo die Stadtgeschichte präsentiert wird. Allein über die Farben und Architektur der Hintergrundwände zeigt sich dem Besucher schon, ob es gute oder schlechte Jahre für Burghausen waren. Es beginnt gut, entwickelt sich in Zeiten des Salzhandels prächtig zur „goldenen Zeit“. Burghausen wurde Residenzstadt, Standort der hohen Gerichtsbarkeit – ein kräftiges Rot zeugt von den guten Jahren. Später kommt ein dunkles Grün auf, das für die Garnisonsstadt steht – das Jägerbataillon zog in die Burg ein. Doch davor war Burghausen am Boden. Wirtschaftlich ausgezehrt von Napoleons Truppe und davor den Erbfolgekriegen mit Abtrennung des Innviertels darbte die Stadt. Eva Gilch sagt: „Um 1810 war Burghausen tot.“

Stadt zahlt 50 000 Euro Gesamtmiete im Jahr

Dann entdeckten Künstler und Aussteiger die Stadt, verliebten sich in ihre romantische Ausstrahlung. Der Fremdenverkehr ließ zudem Lichtblicke aufkommen.
Die weitere Zukunft, die es im alten Stadtmuseum nicht gab, kommt hellblau daher. Diese letzten hundert Jahren zeigen die Entwicklung der Industriestadt Burghausen. Im Erdgeschoss erlebt der Besucher die ältere Geschichte Burghausens – das Leben in einer mittelalterlichen Stadt. Möglichst lebensnah wird vermittelt, wie der Alltag auf einer Burg oder in einem Bürgerhaus tatsächlich aussah.
Einführungstexte und auch Titel der Exponate gibt es in Deutsch und Englisch. Zukunftsmusik sind Audioguides, die dann auch andere Sprachen bedienen könnten.

Bürgermeister Hans Steindl stellte bei der Besichtigung auch heraus, dass die Stadt dem Staat beim Unterhalt der Burg-Gebäude unter die Arme greift. Rund 50 000 Euro zahlt die Stadt seinen Worten nach im Jahr für die von ihr gemieteten Liegenschaften. Diese Burggebäude wie zum Beispiel die Museen seien anderweitig kaum vermietbar. rw 

- Norbert Stranzinger