BBiW liegt bei der Standortsuche vorn

Im Hauptausschuss des Stadtrats wurde auch die zukünftige Unterbringung der Studenten diskutiert. Laut Einschätzung des 1. Bürgermeisters werden bis 2020 etwa 150 Studentenwohnungen benötigt. 3. Bürgermeister Norbert Stranzinger nannte es vor diesem Hintergrund wichtig, das bisherige Schwesternwohnheim am Krankenhaus nicht gleich abzureißen, sondern zu nutzen.

Aus dem Burghauser Anzeiger vom 09. Dezember 2015

PNP_20151209_FH

Steindl: Beste Voraussetzungen für Fachhochschule – Mitbeteiligung von Gendorf wird unwahrscheinlich

Burghausen. Stadt und Landkreis wollen in den kommenden zwei bis drei Monaten ein Betreibermodell für die Fachhochschule entwickeln. In Verhandlungen muss entschieden werden, in welchem Maß sich die Stadt an den Kosten für Unterhalt und Betrieb der Gebäude beteiligen wird. Entschieden werden muss auch, wer die Umbaukosten für das COC-Gebäude in der Burghauser Marktler Straße übernimmt. Sie werden nach den Worten von Bürgermeister Hans Steindl auf gut 300 000 Euro veranschlagt.

Steindl informierte den Hauptausschuss des Stadtrats zudem über Gespräche zum endgültigen Standort. Das COC-Gebäude könne für drei bis fünf Jahre angemietet werden. Steindl plädierte dafür, danach das freie Gelände neben dem Berufsbildungswerk (BBiW) als endgültigen Standort auszuwählen. Dort ergäben sich gute Synergieeffekte, weil die Hochschule auch die leistungsfähigen Laborräume des BBiW mitnutzen könnte. Die Hochschule brauche zwei Labore und die seien vorhanden. Die Nutzungsmöglichkeit bedeute eine erhebliche Einsparung. „So ein Labor zu bauen, kostet rund eine Million“, sagte der Bürgermeister.

Für das BBiW spreche zudem, dass dort die Sanierung des Gebäudes abgeschlossen sei und eine hochmoderne Ausbildungsstätte für bis zu 700 Schüler bestehe. Als weitere Vorteile dieses Standorts nannte Steindl die Nähe zur Wacker-Kantine und Werksbücherei, zum Bad und zu den Sportanlagen des SV Wacker.

Die Chancen, auch Burgkirchen-Gendorf mit einzubinden in die Standortentscheidung sind dagegen laut Steindl gering geworden. Es sei zwar andiskutiert worden, Labore bei InfraServ mitzunutzen und dazu einen Buszubringer einzurichten.
Die TU München untersuche derzeit die Standortfaktoren. Ein Ergebnis liege zwar noch nicht vor. Aber das Gutachtergremium der TU habe in Vorgesprächen bereits angedeutet, dass es beim BBiW auch den richtigen Standort für die Labore sieht.
Was den Bau selbst betrifft, so gebe es die Überlegung für eine Beteiligung privater Investoren. Steindl nannte die Wacker Pensionskasse. Bei einem öffentlichen Bau wäre der Landkreis Bauherr, die Stadt müsste sich mit einem Zuschuss an den Kosten beteiligen. Die Höhe wäre dann Verhandlungssache. Bei einem Modell „Privat-Partnership“ – also mit externen Investoren – müssten sich Kreis und Stadt mit diesen einigen, zu welchen Teilen sie sich an den Kapitalkosten beteiligen.

Entstehen wird in Burghausen in jedem Fall eine Außenstelle der Fachhochschule Rosenheim, wobei laut Steindl im kommenden Jahr der erste Fachbereich startet, der zweite dann 2017 eingerichtet wird. Dazu regte Stadtrat Dr. Klaus Blum an, unbedingt auch Kontakt zu österreichischen Hochschulen, sprich Salzburg, aufzubauen, weil es bei einer Kooperation EU-Gelder gebe. Steindl nahm das auf, betonte zudem, Burghausen gehöre der Europaregion Donau-Moldau an, in der sich gerade ein Arbeitskreis Hochschulen etabliere. Was das Marketing für die Burghauser Hochschule betrifft, so betonte der Bürgermeister, darum werde sich nicht der Landkreis, sondern die Stadt kümmern. Das Exposé dafür soll bis Ende März vorliegen.

Was den Umbau des Übergangsgebäudes der COC-AG in der Marktler Straße betrifft, so sind die Umbaukosten laut Steindl deshalb gering, weil im Innern alles aus Leichtbauwänden besteht, die einfach versetzt werden können. Ein Nottreppe müsse eingerichtet werden. Nicht nutzbar sei leider das Erdgeschoss, für das vor kurzem der Mietvertrag auf fünf Jahre verlängert worden sei. Darüber sei das Gebäude frei, biete Raum für zwei erforderliche Hörsäle, Seminarräume und eventuell ein kleines Bistro und darüber für Büros und Vorbereitungsräume der Professoren.

Im Hauptausschuss des Stadtrats wurde auch die Wohnungssituation diskutiert. Denn günstige kleine Wohnungen sind in Burghausen schwer zu bekommen. Der Bürgermeister sprach davon, parallel zur Aufnahme des Studienbetriebs mit am Ende 500 Studenten modulartig auch Wohnungen zu bauen. „Wir brauchen bis 2020 etwa 150 Studentenwohnungen“, so seine Einschätzung. 3. Bürgermeister Norbert Stranzinger nannte es vor diesem Hintergrund wichtig, das bisherige Schwesternwohnheim am Krankenhaus nicht gleich abzureißen, sondern zu nutzen. Steindl sagte dazu: „Wenn der Landkreis das Gebäude abgibt, sind wir interessiert.“ Er stellte zugleich heraus, das bedeute keinesfalls einen Rückbau der Kreisklinik.rw 

- Christian Konnerth