Bauern sollen weiter Böden schützen

Auch Stadtrat Paul Kokott, in der Vergangenheit stets kritischer Begleiter dieser Förderung, sprach sich für ein Fortführen des Projekts aus, „auch wenn die uns versprochenen Verbesserungen nicht eingetreten sind“.

Aus dem Burghauser Anzeiger vom 14. November 2015

PNP_20151114_Böden

Stadtrat verlängert Vereinbarung zum Schutz des Grundwassers

Burghausen. In Sachen Gewässerschutz setzt die Stadt weiterhin ein Zeichen und unterstützt Landwirte, damit sie im Bereich der städtischen Wasserschutzzone mehr als gesetzlich vorgeschrieben für den Bodenschutz tun und auf Pestizide und Mineraldünger verzichten. Einstimmig hat der Stadtrat beschlossen, eine entsprechende Vereinbarung mit den Landwirten für die kommenden drei Jahre zu schließen. Diese Form des Burghauser Gewässerschutzes gibt es seit 1993. In der Fortschreibung sind einige Änderungen mit aufgenommen, so die Förderung von Energiepflanzen, damit der bodenschädigende Maisanbau reduziert werden kann.

„Unsere Maßnahmen zeigen, wie der Boden tatsächlich saniert werden könnte“, stellte Umweltreferent Gunter Strebel heraus. Die EU-Verordnung führe zu den hohen Nitrateinträgen. Aus den Messungen zieht Strebel den Schluss, dass die Burghauser Schutzzone allein zu klein ist, um sich in den Werten niederzuschlagen. Wichtig nannte er aber die positive Auswirkung auf den Wöhrsee und die Zusammenarbeit mit Burgkirchen.

Stadtrat Dr. Klaus Blum sprach sich ebenfalls für die Fortsetzung des Bodenschutzprogramms aus. Er sprach auch von einem „Goodwill-Zeichen“ an die Landwirte, von denen er umgekehrt mehr Informationen über die tatsächliche Düngerausbringung erwarte. Strebel sah das gegeben, verteidigte die Burghauser Bauern. „Die machen es gut. Nur in Burgkirchen gibt es hier Probleme.“

Auch Stadtrat Paul Kokott, in der Vergangenheit stets kritischer Begleiter dieser Förderung, sprach sich für ein Fortführen des Projekts aus, „auch wenn die uns versprochenen Verbesserungen nicht eingetreten sind“. Dem schlossen sich auch Peter Schacherbauer und Norbert Stadler an, die diese Fortführung sinnvoll nannten.
Zwei Gründe führte Bürgermeister Hans Steindl an, die für den zusätzlichen Bodenschutz sprechen. „Wir schützen damit den Wöhrsee“, sagte er. Und zum anderen sieht er das Projekt nötig als Zeichen der Solidarität mit Burgkirchen. Dort liegt der Nitratwert des Wassers mit 45 Milligramm nahe am Grenzwert von 50 Milligramm. „Wir bekommen gutes Wasser aus Österreich, das kann Burgkirchen nicht, ist auf die eigene Förderung angewiesen.rw 

- Christian Konnerth