Von Sibirien nach Burghausen

CSU Stadtrat und Seniorenreferent Gerhard Hübner gratuliert Elisabeth Brem zum 90er

Aus dem Burghauser Anzeiger vom 07. Juli 2015

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Burghausen. 90 Jahre sind lang. Krieg, Hungersnot, Annäherung und Modernisierung – Elisabeth Brem aus Burghausen hat schon viel Freud und Leid erfahren. Am Mittwoch hat sie ihren 90. Geburtstag gefeiert. Die zweite Bürgermeisterin Christa Seemann und Seniorenreferent Gerhard Hübner gratulierten ihr von Seiten der Stadt.

Geboren wurde Elisabeth Brem in der ehemaligen Wolgadeutschen Republik, genauer: in Saratow. Heute liegt die Stadt im europäischen Teil Russlands. Angesichts einer großen Hungersnot siedelte sie im Jahr 1934 als neunjähriges Mädchen gemeinsam mit ihrer Familie zu Verwandten nach Sibirien über. „Die Winter konnten dort bis zu -42 Grad kalt werden, die Sommer dann wieder bis zu 42 Grad warm“, erinnert sich die Jubilarin an das Land zurück, in dem es zwar nur zwei Jahreszeiten (Sommer und Winter) zu geben scheint, wo aber für Essen gesorgt war. Auch über mangelnde Arbeit konnte sich damals in Sibirien niemand beschweren. Der harte Alltag war geprägt von der Landwirtschaft. Kraut, Rüben und Kartoffeln mussten in den sechs Sommermonaten angebaut und geerntet werden. Mit 17 musste Elisabeth Brem ins Arbeitslager. Später war sie ihr halbes Leben lang – genau 45 Jahre – verheiratet. 1991 ist ihr Ehemann verstorben, drei Jahre später zog sie nach Burghausen. „Hier gefällt es mir am besten“, sagt sie und und freut sich über ihre große Familie. Sage- und schreibe acht Kinder, 16 Enkelkinder und 24 Urenkel führen die Linie von ihr fort. Das jüngste „Kind“ ist mittlerweile auch schon 55 Jahre alt. Zu Ehren des Jubeltages ihrer Mutter, Großmutter und Urgroßmutter feierten alle zusammen am Samstag im Bürgerhaus ein großes Fest.

- Christian Konnerth