Ein „unerhörter Glückspilz“ ist 85

Fritz Harrer, MdL a.D. und Altbürgermeister von Burghausen, feiert 85. Geburtstag.  Politische Weggefährten ehren ihn bei einer Feierstunde im Landratsamt.

Aus dem Burghauser Anzeiger vom 21. Juli 2015

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Zu Ehren von Fritz Harrer (6.v.l.) hatte Landrat Erwin Schneider (3.v.l.) zu einem Empfang ins Landratsamt geladen. Der Burghauser Altbürgermeister war in der vergangenen Woche 85 Jahre alt geworden. − Foto: Schwarz

Altötting. Politische Weggefährten aus fünfeinhalb Jahrzehnten haben am Montagvormittag Fritz Harrer, MdL a.D. und Altbürgermeister von Burghausen, aus Anlass seines 85. Geburtstags im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Landratsamt ihre Aufwartung gemacht.

Landrat Erwin Schneider hatte eingeladen und Fraktionen wie Generationen übergreifend waren die Gäste – von SPD-Altlandrat Seban Dönhuber bis hin zu CSU-Staatsminister a.D. Gerold Tandler, von Kreistagsfraktionssprecherin der Grünen Monika Pfriender, über CSU-Bezirksrat Veit Hartsperger bis hin zu Burghausens SPD-Bürgermeister Hans Steindl, der Nachfolger Harrers im Amt.

„Du scheinst ein unerhörter Glückspilz zu sein, den 85. Geburtstag in einer solch guten Verfassung feiern zu können“, sagte Landrat Erwin Schneider. Ein Kraftquell sei für den Jubilar immer dessen Familie gewesen, Ehefrau Maria, die sechs Kinder und die mittlerweile 17 Enkel – und zwar sowohl als Oberpostmeister als auch in der Politik.

Seit 1960 gehört Fritz Harrer der CSU an. 1966 wurde er in den Burghauser Stadtrat gewählt, wo er sich vor allem um Jugendthemen annahm und die Städtepartnerschaft mit dem französischen Fumel mitinitiierte. 1970 wurde Harrer in den Bayerischen Landtag gewählt, aus dem er ausschied, nachdem ihn die Burghauser 1984 zum Bürgermeister gemacht hatten. 30 Jahre lang, von 1972 bis 2002, gehörte der Jubilar außerdem dem Kreistag an.

Seine christliche Gesinnung habe all diese Funktionen geprägt, die er mit Augenmaß, Engagement, Verantwortung und Menschlichkeit erfüllt habe. Als Attribute, die ihm zu Fritz Harrer einfielen, nannte Schneider: „freundlich, charmant, kompetent und volksnah – oder zusammengefasst: einfach sympathisch.“

In seinen kurzen Dankesworten sagte Harrer, aus seiner eigenen Lebensgeschichte könne man Zeitgeschichte erklären – angefangen von den Wirren und Entbehrungen der Kriegsjahre über den Neuanfang Ende der 1940er, Anfang der 1950er Jahre bis hin zu seinen Landtagsjahren, in denen er unter anderem um die duale Berufsausbildung gekämpft habe, die in Bayern beispielhaft gelebt werde und um die der Freistaat auch beneidet werde. In einer besonderen Funktion war Harrer ab 1990 in den Prozess der Deutschen Wiedervereinigung eingebunden, als er als Vertreter der Hanns-Seidel-Stiftung in den neuen Bundesländern staatsbürgerlich engagiert war.

„Die Jugend glaubt, mit ihr geht die Welt an. Die Alten glauben, mit ihnen hört die Welt auf.“ – So heißt es laut Harrer in einem Sprichwort. Er schaut trotz seiner 85 Jahre Lebensalter zuvörderst in die Zukunft: „Wir müssen auf die Jugend bauen.“

- Christian Konnerth