Barrierefreiheit in Burghausen

BarrierefreiheitBurghausen
Barrierefreiheit in der historischen Altstadt zu gewährleisten ist eine große städtebauliche Herausforderung (Foto: Rolf Seiffert – http://rws-foto.de)

Ministerpräsident Horst Seehofer forderte in seiner Regierungserklärung 2013 die vollständige Barrierefreiheit in Bayern bis 2023. Um dieses ehrgeizige Ziel erreichen zu können, muss man jedoch erfassen, welche Bereiche dieses Themengebiet umfasst.

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Bus-Haltestellen sollen ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sein (Fotos: Gerhard Hübner)

Geschichtsträchtige Städte, wie Burghausen mit ihrer historischen Altstadt und altehrwürdigen Plätzen und Gebäuden, die aus vergangen Jahrhunderten stammen umzurüsten, damit sie dem Artikel 4 Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen entspricht und für alle Menschen, ob mit oder ohne Behinderung in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind, stellt nicht nur vor eine große städtebauliche Herausforderung.

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In Zeiten der Asylproblematik werden kleine Kommunen und Gemeinde an den Rand ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit gedrängt. Wie soll ohne neue Fördertöpfe diese zusätzliche kostenintensive Versprechung eingelöst werden? Allein im ÖPNV besitzt die Stadt Burghausen 108 Haltestellen, die jeweils mit ca. 80.000 €, also insgesamt etwa fünf Millionen € in den Haushaltsplan aufgenommen werden müssen.

Die Umrüstung von der Öffentlichkeit dienenden Gebäuden ist weit fortgeschritten, entspricht jedoch noch lange nicht den Anforderungen der vollständigen Barrierefreiheit. So ist die Anforderung der vollständigen Barrierefreiheit bedauerlicherweise bis heute nicht definiert. Vielen Beteiligten scheint nicht bewusst zu sein, dass Barrierefreiheit sich nicht nur auf Rollstuhlfahrer bezieht, sondern alle Arten von Behinderungen berücksichtigen soll.

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Eine besonders große Gruppe an Betroffenen wird sich aus dem demographischen Wandel und der Überalterung der Gesellschaft ergeben. Ein besonderes Augenmerk wird aber auch in Zukunft auf unsere kleinsten Mitbürger und ihre Väter und Mütter zu richten sein. Deswegen richte ich meinen Appell an alle eine realistische Planung voranzutreiben, die die Kosten- und die Bedarfsseite in Einklang bringt.

- Isabelle Brodschelm